Ein Spielbahnhof für kleine Lokführer

Ein Baumhaus und ein Trampolin, eine Torwand und ein Sandbagger, ein Wasserspielplatz und eine Nestschaukel – das wünschten sich Kitakinder, als sie gefragt wurden, wie sie sich den umgestalteten Spielplatz an der Usedomer/Hussitenstraße vorstellen. Die Kinder in der Kita Wattstraße haben sogar extra einen Plan gezeichnet, wie es aussehen soll. Erzieher und Eltern wollten einen Sichtschutz, eine Gemeinschaftswippe und Picknickmöglichkeiten. Diese und andere Vorschläge flossen in die Planung für den Spielplatz mit ein, die das Landschaftsarchitekturbüro atelier van Geisten am 5. August im Familienzentrum vorstellte. Mit dabei waren der Stadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung Carsten Spallek, Mitarbeiter des Bezirksamtes und Quartiersmanagerinnen.


Stadtrat Spallek hob die Bedeutung von Spiel- und Freizeitangeboten besonders für kleinere Kinder hervor. Er freue sich, dass die Sanierung des Spielplatzes, vom Quartiersrat Brunnenstraße-Ackerstraße beschlossen, nun aus dem Programm „Soziale Stadt“ finanziert wird. Der Bezirk könne das leider nicht bezahlen, obwohl es einen großen Bedarf an renovierungsbedürftigen Plätzen gäbe.

Landschaftsarchitekt Raoul van Geisten erläuterte dann die Planungen. Das Thema Eisenbahn sollte unbedingt erhalten bleiben, deshalb wurden die Vorschläge, die dazu passten, mit berücksichtigt. Die vorhandene Lok mit dem Tender wird es also weiter geben, hinzu kommen ein Bahnsteig, ein Fahrkartenhäuschen, Schienen, zwei Eisenbahnbrücken und Gepäckstücke als Wippelemente. Auf den Schienen und über die Brücken kann balanciert werden, im Fahrkartenhäuschen wird es bewegliche Spielelemente geben. Vor dem Bahnsteig lädt eine Sandfläche zum Buddeln, unter Bäumen eine Hängematte zum Faulenzen ein. Eltern und Großeltern finden sicher an dem großen Tisch in der Mitte des Platzes Gefallen.

Vorschläge, den zweiten Eingang zu schließen, um Kindergruppen besser zu beaufsichtigen, und die Randbepflanzung als Sichtschutz zu verdichten, werden aus Sicherheitsgründen nicht umgesetzt. Der Wunsch nach einer Schranke mit Kurbel muß noch genau geprüft werden, sie birgt für kleine Kinder eine hohe Verletzungsgefahr. Ein Wasserspielplatz ist sehr kostenintensiv und muss viele Auflagen erfüllen, ein Imbisskiosk ist in öffentlichen Grünanlagen nicht möglich. Als Alternative wurde angeregt, den großen Tisch zum Picknicken zu nutzen oder auch für Angebote zum Thema „Gesunde Ernährung“. Neben der Schildkröte GmbH, die solche Projekte bereits durchführt,  werden weitere Partner gesucht.

Die vorgestellten Entwürfe und die Erklärungen fanden große Zustimmung in der Runde. Insbesondere, weil schon im Vorfeld die künftigen Nutzer - Kinder, Eltern und Erzieher - einbezogen wurden. "Die Kinder waren so stolz, da mitzumachen", betonte Kitaleiterin Eva Liebke, "und sie werden sich freuen, wenn sie dann sehen, dass viele ihrer Wünsche berücksichtigt wurden."
Jetzt werden die Anregungen in die weiteren Planungen eingebracht und weiterentwickelt. Baubeginn für die Umbauarbeiten ist im Frühjahr 2014, bis zum Sommer soll dann alles fertig sein.

 

Die Umgestaltung des Spielplatzes Usedomer Straße wird gefördert durch die Europäische Union, den Bund und das Land Berlin im Rahmen des Programms "Zukunftsinitiative Stadtteil, Teilprogramm Soziale Stadt" im Gebiet des Quartiersmanagement Brunnenviertel-Ackerstraße.

ReF