Dezember 2019

Kinder zeigen ihre Trickfilme

Atefeh Kheirabadi und Mehrad SepahniaAm 17. Dezember zeigen Atefeh Kheirabadi und Mehrad Sepahnia Trickfilme. Diese haben Kinder unter ihrer Anleitung im Vorortbüro des Quartiersmanagements selbst produziert. Um 16.30 Uhr werden die kurzen Filme uraufgeführt. Die beiden Filmemacher wollten mit dem zurückliegendem Workshop Kinder ans Filmemachen heranführen. Im Frühjahr geben sie einen einwöchigen Kurs. Im Interview erzählen sie etwas über ihre Arbeit mit Kindern.

Frage: Wie schafft man es, dass Kinder einen eigenen Film drehen können? Noch dazu einen Trickfilm?

Atefeh Kheirabadi: Wir nutzen Stop-Motion-Studio. Das ist eine App fürs Handy. Die ist kostenlos und einfach zu bedienen. Kinder können damit recht gute eigene Trickfilme drehen.

Mehrad Sepahnia: Wir arbeiten mit einer Legetechnik. Erst zeichnen die Kinder Figuren, dann legen sie diese auf eine gebastelte Szenerie. Statt eines Stativs nehmen wir Karton und einen Stuhl, um die Kamera des Handys fest über dem Bild zu fixieren.

Trickfilm BrunnenviertelWas lernen die Kinder bei euch, wenn Sie einen Trickfilm drehen?

Mehrad Sepahnia: Vor allem sollen sie natürlich Spaß haben. Beim Workshop im November im Vorortbüro ging es um eine Einführung und um Storytelling. Also um das Erzählen einer zusammenhängenden Geschichte. Die ausgedachte Geschichte steht an erster Stelle, erst dann überlegen wir mit den Kindern, wie diese umgesetzt werden kann.

Atefeh Kheirabadi: Allgemein eignet sich ein Trickfilmworkshop für Kinder gut dazu, um Teamarbeit zu üben. Zum Beispiel wenn die Kinder sich absprechen, wer zeichnet und was gezeichnet werden soll. Also dann, wenn nicht jedes Kind seinen eigenen kurzen Film dreht, sondern mehrere zusammen einen umfangreicheren.

Wie seid ihr zwei zum Trickfilm gekommen?

Atefeh Kheirabadi: Wir sind beide Filmemacher. Wir bieten auch Workshops an. In der Jugendkunstschule in Kreuzberg oder über das vom Kulturförderpunkt geförderte Projekt „Durchstarten“.

Mehrad Sepahnia: Zusammen haben wir etwa zehn Kurzfilme gemacht, der letzte heißt „Kommen und Gehen“.

Was wollt ihr Privates über euch erzählen?

Mehrad Sepahnia: Wir sind nicht verheiratet, aber auch über unsere Arbeit hinaus sind wir miteinander verbunden.

Atefeh Kheirabadi: Wir machen einige Projekte mit dem Berlin Mondiale, denn sich auch der Diversität in der Kulturellen Bereich fokussiert.

Atefeh Kheirabadi und Mehrad Sepahnia

16.12.2019

Fotos und Interview Andrei Schnell

Drei Wege für neue Stadtteilgruppe

Stadtteilgruppe BrunnenviertelEigenständige Gruppe, Anschluss an bestehende Netzwerke oder Dach des Brunnenviertel e.V. nutzen? Diese Frage hat der Quartiersrat am 3. Dezember diskutiert. Bis Ende 2020 wird das Quartiersmanagement in der Jasmunder Straße 16 vor Ort sein. Für die Zeit danach möchte der Quartiersrat einen Weg gefunden haben, sich weiter für den Kiez einzusetzen.

 

Isabell Strieder, die die Sitzung leitete, stellte zunächst drei Stadtteile vor, die zuvor Quartiersmanagementgebiet waren. Sie berichtete wie ehemalige Quartiersräte ehrenamtlich in Tiergarten Süd, im Wrangelkiez und im Sprengelkiez weiterarbeiten.

Die Anwesenden diskutieren die Vorteile der drei Möglichkeiten selbstständiges Weiterarbeiten, Anschluss an Netzwerk und Hilfe durch den Brunnenviertel e.V. Für ein Arbeiten als eigenständige Gruppe spricht, dass es keine aufwändige Vereinsarbeit gibt. Würde die Stadtteilgruppe das Angebot des Brunnenviertel e.V. nutzen und dessen Struktur in Anspruch nehmen, wäre ebenfalls keine Vereinsarbeit nötig. Die Zustimmung zu dieser Idee war aber nicht eindeutig. Würde sich die Stadtteilgruppe einem bestehenden Netzwerk, zum Beispiel der Gruppe um die Waschküche anschließen, dann müsste zwar auf die Vorteile eines gemeinnützigen Vereins verzichtet werden, aber die Stadtteilgruppe würde seine Eigenständigkeit bewahren. Einen konkreten Beschluss in dieser Frage fassten die Anwesenden bei dieser Sitzung nicht.

Die sich zur Zeit gründende Stadtteilgruppe setzt sich aus Mitgliedern des Quartiersrats und der Aktionsfondsjury zusammen. Sie versteht sich als Angebot an alle Bewohnerinnen und Bewohner des Brunnenviertels, die etwas konkret in ihrem Stadtteil bewegen möchten. 

Das Projekt "Stärkung des Quartiersrats, der Ehrenamtlichen und der Akteure für die Phase der Verstetigung" - so der offizielle Titel - hilft dem Quartiersrat und der Aktionsfondsjury sich gemeinsam als Stadtteilgruppe selbst zu organisieren. Außerdem sollen im Brunnenviertel Beteiligungsmöglichkeiten bekannter gemacht werden. Einrichtungen sollen das Potential von freiwilligem Engagement bewusster ausschöpfen. Träger des Projekts ist die complan Kommunalberatung GmbH. 

Stadtteilgruppe Brunnenviertel

10.12.2019

Text und Fotos: Andrei Schnell

Im Familienzentrum wird Nikolaustag gefeiert

Nikolausfeier im FamilienzentrumPünktlich am 6. Dezember wird von 16 bis 18 Uhr im Familienzentrum in der Wattstraße Nikolaus gefeiert. Natürlich ist der Eintritt zu dieser Feier kostenfrei. Es kann gebastelt werden, es gibt Lesen und Waffeln. Alle Familien im Brunnenviertel sind herzlich eingeladen.

In Deutschland ist das Fest des Heiligen Nikolaus kein Feiertag. In Luxemburg dagegen haben Kinder bis 12 Jahre am 6. Dezember schulfrei. In Spanien ist der Tag für alle arbeitsfrei.

In Deutschland ist es üblich, dass Eltern für ihre Kinder über Nacht kleine Süßigkeiten in Schuhen verstecken. Die Kinder finden die Leckereien am Morgen des 6. Dezember. Früher war mit diesem Brauch ein Putzen der Schuhe am Abend zuvor verbunden. Dieser Brauch des nächtlichen Befüllens soll laut Wikipedia darauf zurückzuführen sein, dass einst "drei Jungfrauen nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt" wurden. Der heilige Nikolaus, das ist Nikolaus von Myra im 3. Jahrhundert, der in Kleinasien Bischof war. 

Der Nachmittag wird organisiert vom Netzwerk Interkultureller Dialog. Das Quartiersmanagement Ackerstraße hatte vor wenigen Jahren den interkulturellen Dialog mit mehreren Projekten gefördert. Seitdem hat sich die Idee verstetigt und wird von den mehreren Akteuren im Brunnenviertel selbstständig weitergeführt.

Familienzentrum Wattstraße

05.12.2019

Text und Fotos: Andrei Schnell

Wiener Stadtrat lobt Team der Ernst-Reuter-Schule

Jürgen Czernohorszky Sandra Scheeres Andreas HuthSchuldirektor Andreas Huth präsentierte seinem Gast aus Wien die Erfolge der Ernst-Reuter-Oberschule. Zu Besuch kam aus der österreichischen Hauptstadt der Stadtrat für Bildung Jürgen Czernohorszky. Begleitet wurde er von der Berliner Senatorin für Bildung Sandra Scheeres. Andres Huth berichtete, wie in den letzten Jahren die Zahl der Schulabbrecher verringert wurde und zeigte unter anderem das Vivarium der Schule

"Ich habe ein Lehrerteam erlebt, das sich in einer Schule in schwierigem Umfeld, außergewöhnlich stark für seine Schule einsetzt", sagte der Wiener Stadtrat nach dem Rundgang durch die Ernst-Reuter-Oberschule in der Stralsunder Straße. Auf die Bereitschaft der Lehrer käme es für den Erfolg einer Schule an. Zuvor hatten ihm einige Lehrer berichtet, dass sie gerne an der "oft als Brennpunktschule abgestempelten Ernst-Reuter" unterrichten. Ein Grund dafür sei, dass "das Kollegium jung ist". Ein Lehrer, der aus "privaten Gründen von einem Gymnasium aus Baden-Württemberg" an die ISS im Brunnenviertel wechselte, erzählte, dass er ein völlig falsches Bild gehabt hätte: "Es ist nicht so, dass hier alles ausweglos ist". Auch für ihn ist entscheidend, dass im Team eine "gute, offene Atmosphäre herrsche".

Sandra Scheeres Andreas HuthMit nach Wien nimmt der Bildungsstadtrat, dass "Bildungspolitik stärker auf die Ebene der Schulen blicken muss". Damit meinte er zum Beispiel die Anfang des Jahres in Berlin als Qualitätsoffensive eingeführten Schulverträge. Dabei werden "Jahresziele der Schule und die Unterstützung durch die Schulaufsicht definiert", wie es auf Webseite der Senatsschulverwaltung heißt. Im Kern geht es bei den Schulverträgen darum, für jede Schule individuelle Ziele zwischen Schulleitung und Verwaltung zu vereinbaren. Außerdem sei für ihn als Bildungspolitiker "die Arbeit am Lehrerteam notwendig", das sei in "besonderem Maße eine Führungsaufgabe". Auch mit dieser Aussage zielt er darauf, dass es nötig sei von "systemischen" Denken "für alle" Schulen weg und hin zu einem Denken mit individuellen Lösungen zu kommen.

Jürgen CzernohorszkyEinige Pädagogen erklärten dem Stadtrat aus Wien wie die praktische Ausbildung der Referendare aber auch der Quereinsteiger ablaufe. Teilweise 25 auszubildende Lehrer gleichzeitig müssten an der Ernst-Reuter-Schule betreut werden, sagt Lehrer Max Eggert. Damit diese Aufgabe nicht planlos nebenher laufe, habe man ein eigenes Konzept entwickelt. "Viele der jungen Lehrer bleiben deshalb nach der Ausbildung bei uns", sagt Max Eggert in Anspielung auf Berichte, dass junge Lehrer gern nach Brandenburg ins sichere Beamtenverhältnis wechseln. Grund für das Bleiben an der Ernst-Reuter-Oberschule sei, dass man in der praktischen Ausbildung auf die speziellen Anforderungen an einer Schule mit vielen Schülern, die ihre Schulbücher nicht selbst bezahlten, eingehe. "Eigentlich müsste die didaktische Lehrerausbildung an der Universität viel diverser sein", so Max Eggert. Denn es gäbe nicht die eine Schule, sondern unterschiedliche Schultypen, die unterschiedliche didaktische Kompetenzen erforderten, wenn "man nicht immer bloß zu Disziplinar- und Ordnungsmaßnahmen greifen wolle."   

Beim Rundgang zeigte Direktor Andreas Huth die Arbeit der besonderen Sprachförderung seiner Schule, die breite Unterstützung bei der Berufsfindung und nicht zuletzt das Vivarium. Lehrer Ruschin hegt Schrecken, Echsen und Hamster, die von Schülern in den Pausen gefüttert und gepflegt werden.

Anlass für den Berlinbesuch des Stadtrats Jürgen Czernohorszky war die Verleihung des Innovation in Politics Award am Tag zuvor. Der Stadtrat war mit dem Projekt Summer City Camps Wien ins Finale des europäischen Preises gelangt. Die Reise nach Berlin nutzte er, um sich in der Ernst-Reuter-Oberschule vor Ort den Erfolg des Programms Turnaround anzusehen. Turnaround ist ein Förderprojekt der Robert-Bosch-Stiftung für Schulen in sozial schwierigen Stadtteilen.

Mehr Fotos vom Besuch sind (auch ohne Registrierung) auf Facebook zu sehen: Album Besuch Jürgen Czernohorszky

Sandra Scheeres Andreas Huth

05.12.2019

Text und Fotos Andrei Schnell

Fotoausstellung bis 8. Dezember

Fotoausstellung Welt vor meiner TürIm Veranstaltungsraum Waschküche in der Feldstraße 10 zeigen Studierende der Hochschule für Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) bis zum 8. Dezember ihre Fotos. Die Ausstellung mit dem Titel "Die Welt vor meiner Tür" zeigt den Blick der jungen Menschen auf das Brunnenviertel. Zu sehen sind Serien mit etwa fünf Fotos. Die jungen Fotografen waren in der Wahl ihres Themas und der Motive frei.

Die Ausstellung läuft vom 23. November bis zum 8. Dezember. Die Tür in der Feldstraße 10 steht von Mittwoch bis Sonntag von 17 bis 20 Uhr offen.

Die Studierenden selbst kürten per anonymer Abstimmung Alina Sieburg für ihre Serie Lost & Found zur Siegerin. Die junge Fotografin (Foto oben in der Mitte) zeigt Alltagsgegenstände auf weißem Hintergrund in direkter Draufsicht. Interessant ist die Serie von Lena Bernicke. Die Studentin (siebe Bild unten) fotografierte sich mehrmals selbst verkleidet mit typischen Modeweisen des Brunnenviertels. Die Instagram-Ästhetik trifft Mina Attalla mit ihrer Serie Avoid the eye that identify. Haare machen Leute von Mira Margono (Foto rechts) hat sich von den zahlreichen Friseuren im Brunnenviertel inspirieren lassen. Die schwarz-weiß Fotografien von Lea Casadei geben das Gefühl, den Frauen der Serie it's womens world auf einer persönlichen Ebene nah zu kommen.

Ausstellung Welt vor der TürDie Fotografien sind Ergebnis eines fotografischen Projektes der Studierenden der HMKW Berlin in der Ackerstraße. Die Leiterin Professorin Nora Bibel lehrt imvisuelle Kommunikation. Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch den Aktionsfonds mit Mitteln der Sozialen Stadt.

Ausstellung Die Welt vor meiner Tür

27.11.2019

Text: Andrei Schnell

Grafik: HMKW

Neu im Team: Liane Fiebig

Liane FiebigNachdem Projektleiterin Sabine Hellweg das Vorortbüro des Quartiersmanagements verlassen hat, kommt nun Liane Fiebig ins Team. Sie wird für die Themen Bildung und Aktionsfonds verantwortlich sein. Die frei werdende Stelle der Leiterin übernimmt Sibel Olguner, die im Februar 2017 ins Gebiet Ackerstraße kam.

Liane Fiebig hat zuvor bei der GesBiT - der Gesellschaft für Bildung und Teilhabe mit Sitz in Neukölln gearbeitet. Sie war dort tätig in der Geschäftsstelle Supervision und Coaching im Bundesprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe". Ihren ersten Arbeitstag im Gebiet Ackerstraße hatte sie am Montag, 2. Dezember.

Studiert hat Liane Fiebig Stadt- und Regionalplanung und das Studium als Diplom-Ingenieurin abgeschlossen.

Das Team in der Jasmunder Straße arbeitet nun in der Besetzung Sibel Olguner, Pia Kaiser, Liane Fiebig und zeitweise einer Praktikantin oder einem Praktikanten.

Team Quartiersmanagement Ackerstraße Pia Kaiser Sibell Olguner Liane Fiebig

05.12.2019

Fotos Andrei Schnell

Kiez mitgestalten: (Weiter-) Entwicklung einer Stadtteilgruppe

Stadtteilgruppe AckerstraßeHaben Sie Lust, sich für den Stadtteil einzusetzen und bei der Entwicklung einer Stadtteilgruppe im Brunnenviertel/ rund um die Ackerstraße mitzuwirken? Dann laden wir Sie herzlich zu unserer nächsten Quartiersratssitzung ein! Ort: Vorortbüro, Quartiersmanagement Ackerstraße, Jasmunder Straße 16, 13355 Berlin. Zeit: 3. Dezember, 17 bis 19 Uhr.

Wir sind eine Stadtteilgruppe, die aktuell über das Quartiersmanagement Brunnenviertel-Ackerstraße moderiert wird, sich aber zukünftig selbstständig organisieren wird. Auf der kommenden Sitzung werden wir deswegen darüber sprechen, wie wir uns langfristig entwickeln / organisieren möchten.

Neue strategische Köpfe und engagierte Mitdenker*innen aller Altersklassen sind herzlich willkommen, auch wenn Sie bisher nicht im Quartiersrat mitgewirkt haben. Besondere Erfahrungen / Kenntnisse sind nicht notwendig. Kommen Sie gerne vorbei.

Stadtteilgruppe Plakat Sitzung

19.11.2019