So geht's dem Brunnenviertel - Sozialdaten

SozialmonitoringIm Juni hat der Senat Zahlen zur sozialen Lage in Berlin veröffentlicht. Zehn Prozent aller Kieze in Berlin erhalten in einer Studie den Sozial-Index "sehr niedrig". Das Brunnenviertel wird in der Studie in zwei Gebiete unterteilt. Für das QM-Gebiet Ackerstraße gilt der Index "niedrig", das QM-Gebiet Brunnenstraße bleibt weiterhin bei "sehr niedrig" stehen. Damit ist das Brunnenviertel geteilt, wenn es um die Frage geht, welcher Kiez "besonderer Aufmerksamkeit" bedarf.

"Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2017" heißt die Studie, die als Kurzfassung auf der Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen eingesehen werden kann. Außerdem finden sich dort übersichtliche Karten. Für Berlin insgesamt stellt die Studie fest, dass die soziale Benachteiligung abnimmt. Dafür stehen die sinkenden Zahlen von Arbeitslosigkeit oder Langzeit-Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig wird beobachtet, dass es für Kieze mit hoher sozialer Benachteiligung eine "hohe Konstanz" gibt. 44 von 436 Stadtteilen bedürfen einer besonderer Aufmerksamkeit - die meisten davon seit Jahrzehnten.

Soziale Lage im Gebiet Ackerstraße und Brunnenstraße

Die Gebiete QM-Ackerstraße und QM-Brunnenstraße folgen dem Berlintrend, bleiben aber benachteiligt. Die Zahl der Arbeitslosen ist beiden Kiezen gesunken. Beim Blick auf die Bezieher von staatlichen Hilfen (Transferleistungen) lässt sich ablesen, dass die Anzahl der betroffenen Menschen im Brunnenviertel sinkt. Doch links und rechts der Brunnenstraße wohnen weiterhin sehr viele Menschen mit wenig Einkommen.

Großes Thema ist die Kinderarmut. Im Gebiet rechts der Brunnenstraße - entspricht weitestgehend dem QM-Gebiet Brunnenviertel-Brunnenstraße - sank zwar die Anzahl der Kinder, die in einkommensschwachen Familien leben. So waren vor zehn Jahren noch fast dreiviertel aller Kinder (73,4 Prozent) von Armut betroffen, nunmehr sind es 58,6 Prozent. Dennoch ist auch das eine Zahl, die immer noch zu hoch ist.

Auch im Gebiet links der Brunnenstraße - entspricht weitestgehend dem QM-Gebiet Brunnenviertel-Ackerstraße - sank die Anzahl der Kinder, die in Familien mit staatlicher Unterstützung leben. Vor zehn Jahren lebten noch zwei Drittel aller Kinder in armen Familien (60.4 Prozent). Die letzte veröffentlichte Zahl lautet 50 Prozent. Auch diese Zahl ist zu hoch, bedeutet sie doch, dass nach wie vor jedes zweite Kind betroffen ist.

Weitere Informationen:
Karte: Stadtteile mit besonderen Aufmerksamkeitsbedarf
Karte: Soziale Ungleichheit
Vor zwei Jahren auf dieser Webseite: "Das Brunnenviertel in Zahlen"

Sozialmonitoring Kinderarmut

26.06.2018

Text und Diagramme: Andrei Schnell