Wie können Schulwege sicherer werden?

Sicherer SchulwegIm Brunnenviertel gibt es drei staatliche und zwei freie Grundschulen. Deren Lehrer und Schüler verbindet die Frage, ob die Schulwege sicher genug sind. Dabei geht es auch um die Verkehrslage rund um die Schulen. Dies wurde bei einem Austauschtreffen am Freitag, 5. Januar deutlich. Die Teilnehmer haben sich auf Anregung der Bürgerredaktion im Brunnenviertel vernetzt, um gemeinsam Verbesserungen zu erreichen.

Das Thema Schulwegsicherheit ist nicht neu im Brunnenviertel. Bereits vor acht Jahren haben Schulkinder der Heinrich-Seidel-Grundschule auf den Straßen des Brunnenviertels für mehr Sicherheit auf dem Schulweg demonstriert. Sie wollten Schrittgeschwindigkeit rund um die Schule, einen Zebrastreifen oder eine Ampel an der Kreuzung Swinemünder Straße und Ramlerstraße erreichen. Ein Artikel im Kiezmagazin „brunnen 1/4“ vom Februar 2010 berichtete von dieser Aktion. Die Probleme bestehen auch 2018 weiterhin, weshalb es im vergangenen Jahr wieder Aktionen aus der Elternschaft gab.

Poster an der Gustav-Falke-GrundschuleAuch 2018 wünschen sich die Eltern und Schüler der Heinrich-Seidel-Grundschule eine Lösung für die Kreuzung an ihrer Schule. Sie hoffen vor allem auf die Einrichtung eines Zebrastreifens. Ein anderes Problem, so berichteten die Teilnehmerinnen der Austauschrunde, sind jedoch die Eltern selbst. Zu viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zu Schule, obwohl der Weg auch zu Fuß zurückgelegt werden könnte. Die meisten Elterntaxis suchen sich zum Aussteigen keinen Parkplatz, sondern halten in zweiter Reihe direkt vor der Schule. Das macht die Situation vor der Schule unübersichtlich und teilweise gefährlich. Oft wird vor den Schulen auch deutlich zu schnell gefahren.

Der Bringverkehr druch die Eltern und insbesondere das damit verbundene Wildparken ist kein exklusives Problem der Heinrich-Seidel-Grundschule. Beim Austauschtreffen im neuen Wahlkreisbüro der Abgeordneten Maja Lasic in der Brunnenstraße berichteten sowohl die Vertreterin der Phorms Schule als auch die Schulleiterin der Gustav-Falke-Grundschule von dem selben Problem. Ratlosigkeit herrschte allgemein darüber, wie es zu lösen sei. Bisher sind alle Versuche der Schulen, Eltern aufzuklären und um Rücksicht zu bitten, auf Dauer erfolglos geblieben.

Hoffnung auf mehr Erfolg machte man sich in der Runde hinsichtlich baulicher Veränderungen im Umfeld der Schulen. Die Runde, bei der auch die beiden Quartiersmanagements im Brunnenviertel und Vertreterinnen der Bürgerredaktion anwesend waren, tauschte sich über Strategien aus. Die Frage: Wie kann es erreicht werden, dass Querungshilfen eingerichtet werden, die den Verkehr im Umfeld der Schulen beruhigen? Hier konnte Maja Lasic einige gute Anregungen hinsichtlich der Ansprechpartner in Politik und Verwaltung sowie der Entscheidungswege geben. Auch die Bürgerredaktion gab Impulse: Die Redaktion hatte die Verstetigung des wegen einer Baustelle provisorisch eingerichten Zebrastreifens in der Usedomer Straße angeregt und durch verschiedene Aktionen einen positiven Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung erreicht.

In der Runde wurde weiterer Austausch verabredet. Darüber hinaus wurden Begehungen mit Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung geplant. Dabei soll auf die verkehrsmäßig schlimmsten Ecken auf den Schulwegen und rund um die Schulen im Brunnenviertel hingewiesen werden und auf die Einrichtung von Querungshilfen, Zebrastreifen oder Ampeln hingearbeitet werden.

Mehr zum Thema
Eltern wollen eine Ampel für sicheren Schulweg (Artikel vom 14.11.2017)
Zebrastreifen: So geht es weiter (brunnen-Redaktionsblog vom 01.11.2017)
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Schulweg Artikel im brunnen

Text und Fotos: Dominique Hensel